
Gestern morgen vor dem Orgeldienst hatte ich mich endlich einmal aufgerafft. "Die gute Hose! Auch wenns die letzte ist. Ein frisches Hemd!" Da fühlt man sich doch gleich wie neugeboren.
Und dann die Tagesschule: im Gottesdienst wird ein kleines Kind getauft. Der Vater trägt lässig ein kariertes Farmerhemd über einer abgetragenen Blue Jeans. Ein Anblick, der einen seltsamen Kontrast zu der würdevollen Amtstracht des Pfarrers und der Zeremonie am Taufbecken bildet. Erkenne ich mich wieder (Heute störts mich nicht, weil ich mich richtig gekleidet habe)?
Auf dem Nachhauseweg laufen mir völlig unerwarteterweise mehrere Menschen über den Weg, die ich sehr schätze, und mit denen jeder Augenblick des Zusammenseins eine Freude und ein Geschenk ist. Ich hätte mich in Grund und Boden geschämt, wenn ich ihnen in meiner Alltagskluft - mit reichlich Zwiebel- und Knoblauchduft - hätte begegnen müssen.

