Jeder kennt wohl diese Tage, an denen man sich einfach gehen lässt, frustriert, ausgebrannt, übersäuert, hundemüde - ei, was seh' ich da?
Ich schaue aus dem Fenster, sehne mich dem Feierabend entgegen, und...
da spaziert doch tatsächlich eine Frau mit ihrem Hund auf dem Gehsteig hin- und her - nein, der Hund spaziert mit dem Frauchen!! Ich schau zweimal hin, und kann's nicht glauben: das Frauchen scheint völlig willenlos und planlos umherzuirren, denn der Hund zieht sie nach Belieben kreuz und quer, hin- und her. Ziellos folgt die Dame ihrem Vierbeiner, über den Rasen, links, rechts, vorwärts, rückwärts.
Ich staune, und schüttle innerlich den Kopf...
Nach dem Wochenende, an dem ich's ruhiger angehen ließ, fand ich zu meiner inneren Balance zurück; meinem inneren "Lumpenhund" hatte ich nach längerem Disput wohlweislich befohlen, in die Wüste zu ziehen. Ein Kampf zwischen David und Goliath, doch der kleine David hat tapfer obsiegt. (siehe Goethe: "wer sich nicht befehlen kann, bleibt immer ein Knecht")
Dass es mir gelungen ist, sehe ich am nächsten Morgen: als ich vom Einkaufen zurück komme, begegnet mir eine Bekannte, die mich bittet, zu schauen, ob ich ihren Hund irgendwo sehe, der sei nämlich seit gestern spurlos verschwunden! Na sowas, solch ein Erzhalunke aber auch!
Erklärung: der Hund begegnet mir als Spiegel meines inneren Zustands, des unkontrollierten sich "gehen lassens". Als ich mich entscheide, mich aufzuraffen, kommt langsam aber sicher meine Energie zurück. Der Hund ist als Symbol nicht mehr von nöten, er reißt aus... mein Wunsch: mehr und mehr von der eisernen (verbissenen) Selbstdisziplin zum entspannt-disziplinierten und dennoch entspannenden Lebensrhythmus zu gelangen.
Liebe Grüße aus der Tagesschule...
Axel

