Demut entwickeln ist ganz schön schwer - gerade dann, wenn man ganz genau weiß, was man eigentlich zu tun haṫ.
Neulich war es mal wieder so richtig heiß. Strahlend blauer Himmel, Sonne und Sommer pur, und das mitten in der Kirschenzeit. Ich liebe Kirschen, ein herrliches Obstfrühstück zum Entsäuern. Ein Grund zur Freude. Eigentlich. Denn das Einkaufen, ohne Auto, zu Fuß oder mit dem Fahrrad, ist eine schweißtreibende Angelegenheit, da ich am Berg wohne.
Und dann noch eine Riesenenttäuschung: abends kurz vor Ladenschluß gibts nur noch Sauerkirschen beim Obst- und Gemüsehändler. Frühstücksfreuden ade....
Am nächsten Morgen frage ich mich, was heute wesentlich ist. Die Intuition ist eindeutig: statt Schreibarbeit in der Frühe ist einkaufen dran. Das verschiebe ich so gerne bis nach der Arbeit, weils lästig ist. "Willst du Kirschen, musst du knirschen" - es hilft alles nichts, ich muss kapitulieren lernen. Demut zeigen, weiße Flagge hissen, also gut.
Und siehe da: es ist wunderbar kühl, ideal zum radeln, ich brauche mich nicht in der Nachmittagshitze zu verausgaben, und beim Obsthändler lachen mir frisch geerntete, dunkle Süßkirschen "herzhaft" entgegen. Freude!
Wieder einmal wurden mir die Augen geöffnet: Demut wird belohnt - doch muss man bereit sein, die Sturheit im eigenen Verhalten zu erkennen, und sie immer wieder zu überwinden versuchen.
Wünschen hilft!
Gruß von Axel

